Cengiz Onural

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Sprichwörtlich wurde der gebürtige Istanbuler Cengiz Onural, in der Wiege durch seinen Großvater Mirat Ustaoglu, der Musik vorgestellt. Während er den Melodien aus der Kemence lauschte, nahmen die ersten Windungen, die sein Leben verändern sollten, ihren Lauf.  

 

Zunächst studierte der Onural an der renommierten Bogazici Universität in Istanbul, Maschinenbau. Nach seiner Graduierung 1987 arbeitete er als Ingenieur die nächsten zehn Jahre. Wobei er während dieser Zeit seine Verbindung zur Musik niemals unterbrochen hatte. 

 

Als Teenager erlernte er mehr oder weniger selbstständig die Kemence. Während seines Studiums besuchter er der „Bogazici Musik Club“, wo er dann seine Feinheiten auf der Gitarre verbesserte und gemeinsam mit Bora Ebeoglu, seinem langjährigen Freund, verschiedene Musikgenres für sich und sein späteres Schaffen entdeckte.

 

Zwischen 1985 – 1997 war er Mitglied in der Gruppe „Yeni Türkü“. Während diesen Jahren war er als Instrumentalist und langsam aber sicher als Komponist und Arrangeur aktiv. In zahlreichen Konzerten tourte die Gruppe nicht nur in der Türkei, sondern wurde auch in mehreren Europatouren eine gefragte, populäre und sehr erfolgreiche Gruppe. 

Mit „Süper Baba“ machte er seine ersten bedeutenden Erfahrungen, in der Film- und Serienindustrie. Jeder, der in den 90´er Jahren des vergangenen Jahrhunderts türkisches Fernsehen gesehen hat, kennt die Serie „Süper Baba“ und somit auch deren Musik. 

 

In „Külhani Sarkilar“ spann Cengiz Onural mit dem Genre des Rembetiko (Rebetiko ausgesprochen) eine Brücke zwischen die griechisch türkischen Beziehungen. Zumindest, was die Musik betrifft. Er schrieb für diese Musik türkische Lyrik und brachte das Projekt in die Gruppe „Yeni Türkü“ mit ein, welches seinen Zenit in einem Album wieder fand. 

 

1997 gründete er mit seinem bereits erwähnten Jungendfreund Bora Ebeoglu „Aria“. Mit „Aria“, dem auch später weitere Musiker*innen hinzu kamen, wirkten und wirken sie für mehr als 100 verschiedenen Produktionen mit. Filme, Serien, Theater, Dokumentationen und auch Werbemusik, gehören mit zu ihrem Portfolio. In diesen Produktionen arbeiten sie mit den bekanntesten Regisseuren der Türkei zusammen.

Zu diesen zählen, Yesim Ustaoglu, Zeki Demikubuz, Turgut Yasalar, Tayfun Pirselimoglu, Cagan Irmak, Ersan Arsever, Ulas Ak, Erhan Tuncer, Erol Özlevi, Selim Evci .

 

Durch die Bekanntschaft mit Murat Aydemir und Derya Türkan, gründete er 1997 die Gruppe „Incesaz“. Mit seinen Kompositionen, instrumental als auch mit Gesangsstücken, ist Onural Federführend. Unter seiner Leitung veröffentlichte er als Produzent in den letzten 23 Jahren zehn. Incesaz gehört zu der beliebtesten Gruppen in der Türkei, welche es geschafft hat, das Wesen der klassisch türkische Musik mit zeitgenössischer Musik zu vereinen. 

 

2007 veröffentlichte der Komponist, sein erstes nur aus seinen Kompositionen bestehendes Album unter dem Namen „Bir Nefes Hayat“ was übersetzt, „Ein Atemzug Leben“ bedeutet.

 

Zum 75. Gebrutstag der Fluglinie „Turkish Airlines“ komponiert und arrangierte er 2008  für seine Gruppe Incesaz und das Budapester Radio Symphonieorchester das Album „Yollar“ (Straßen / Wege), die auch zum Großteil aus seinen Kompositionen besteht. Hiermit ebnete er den Weg in ein neues Genre, in dem er wiederum eine weitere Brücke zwischen den Kulturen gesponnen hat. 

 

Der Komponist entdeckte die Möglichkeit, neue Werke der klassisch türkische Musik mit der europäischen Musik auf eine einzigartige und zuvor noch nie dagewesene  Art zu verschmelzen. Dies wiederum führte dazu, dass Onural in der Konstellation mit Incesaz auch mit den Berliner Symphonikern zusammen gearbeitet hat. 

 

Seit nun mehr als einer Dekade arbeitet Onural als Komponist und Arrangeur mit verschiedenen Kammer- und Symphonieorchester zusammen. 2019 Komponierte er im Auftrag des Bukarester Symphonieorchesters die „Kantemir Symphonie“.

 

2018 wirkte der Künstler in der ersten transkulturellen Produktion als Musiker und Aufnahmeleiter mit. 

„Wiegenlieder – Lullabies under Mannheiim´s Starry Sky“, ist eine Produktion in 9 verschiedene Sprachen vertont wurden. Durch seine facettenreiche Musikalität, trug er maßgeblich zur Einzigartigkeit dieses Albums bei. 

 

Seit 2016 ist Cengiz Onural Dozent an der „Popakademie“ in Mannheim für Komposition.